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1. Teil Lyrismus Ende des 19. Jahrhunderts


- Der fliegende Holländer (Richard Wagner, 1843) : Sentas Ballade "Hojoho"


2.3 Akt : Senta, Dalands Tochter, ist in das Bild des Fliegenden Holländers vertieft, dessen Geschichte Maria ihr erzählt hatte. Senta erzählt den Spinnern von ihrer Rolle als Retterin.


(Nach Wagners Aussage hat er diese Ballade zuerst geschrieben, und sie wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Musik und des Dramas der Komposition. In dieser Ballade erzählt Senta die Geschichte des Holländers, und es erscheinen die wichtigsten Leitmotive. In den ersten beiden Strophen hören wir die Geschichte des Holländers. Dieser Teil beginnt mit dem Holländermotiv des Orchesters, gefolgt von dem von Senta gesungenen Gespenstermotiv und endet mit dem Erlösungsmotiv. Die Mädchen stimmen dann gefühlvoll in das Erlösungsmotiv ein, und Senta beendet die Ballade ekstatisch mit dem Wunsch, den Holländer zu erlösen.)


"Traft ihr das Schiff im Meere an,

blutrot die Segel, schwarz der Mast ?

Auf hohem Bord der bleiche Mann,

des Schiffes Herr, wacht ohne Rast.

Hui! - Wie saust der Wind! - Johohoe!

Hui! - Wie pfeit's im Tau! - Johohe!

Hui - Wie ein Pfeil fliegt er hin,

ohne Rast, ohne Ruh' !


Doch kann dem bleichen Manne

Erlösung einstens noch werden,

fänd' er ein Weib, das bis in den Tod

getreu ihm auf Erden!.

Ach! wann wirst du, bleicher Seemann, sie finden?

Betet zum Himmel, daß bald ein Weib

Treue ihm halt'!


Bei bösem Wind und Sturmes w

umsegeln wollt' er einst ein Kap;

er flucht' und schwur mit tollem Mut:

In Ewigkeit laß' ich nicht ab!

Hui! - Und Satan hört's! - Johohe!

Hui! - nahm ihm bei'm Wort! - Johohe!

Hui! - und verdammt zieht er nun

durch das Meer ohne Rast, ohne Ruh'!

Doch, daß der arme Mann'

noch Erlösung fände auf Erden,

zeigt' Gottes Engel an,

wie sein Heil ihm einst könnte werden.

Ach, könntest du, bleicher Seemann,

es finden!

Betet zum Himmel,
daß bald ein Weib Treue ihm halt'!


Vor Anker alle sieben Jahr

ein Weib zu frei'n, geht er ans Land:

er freite alle sieben Jahr',

noch nie ein treues Weib er fand.

Hui! - Die Segel auf! Johohe!

Hui! - Den Anker los! Johohe!

Hui! - Falsche Lieb', falsche Treu',

Auf, in See, ohne Rast, ohne Ruh!


Ich sei's, die dich durch ihre Treu' erlöse!

Mög' Gottes Engel mich dir zeigen!

Durch mich sollst du das Heil erreichen!"

- Lohengrin (Richard Wagner, 1850) : Elsas Traum "Einsam in trüben Tagen"


1. Akt : Der deutsche König Heinrich ist nach Brabant gekommen. Er will diesen Teil seines Reiches dazu zwingen, sich dem Kampf gegen die ungarischen Angreifer anzuschließen. In Brabant gibt es einen Streit. Der verstorbene Graf hatte zwei Kinder, Elsa und Gottfried. Er stellt sie unter die Vormundschaft des Grafen Friedrich von Telramund und verspricht ihm Elsas Hand zur Ehe. Doch sie weigerte sich, ihn zu heiraten. Friedrich heiratete daraufhin Ortrud. Nach Gottfrieds mysteriösem Tod beschuldigt Friedrich Elsa, Gottfried mit Hilfe eines geheimnisvollen Mannes getötet zu haben. Der König muss nun vor dem Hofbaum ein Urteil fällen. Elsa erhält die Gelegenheit, sich vor Gericht zu verteidigen. Sie erscheint und macht einen abwesenden Eindruck, immer noch unter Schock über den Tod ihres Bruders. Anstatt sich zu verteidigen, erzählt Elsa von ihrer Trauer über den Tod ihres Bruders und von ihrem Traum von einem Ritter, der für sie kämpfen und ihre Unschuld beweisen wird.


"Einsam in trüben Tagen
hab’ ich zu Gott gefleht,

des Herzens tiefstes Klagen

ergoß ich im Gebet.
Da drang aus meinem Stöhnen
ein Laut so klagevoll,

der zu gewalt’gem Tönen

weit in die Lüfte schwoll:
Ich hört’ ihn fernhin hallen,
bis kaum mein Ohr er traf;

mein Aug’ ist zugefallen,

ich sank in süßen Schlaf.
In lichter Waffen Scheine
ein Ritter nahte da,

so tugendlicher Reine

ich keinen noch ersah.
Ein golden Horn zur Hüften,
gelehnet auf sein Schwert,

so trat er aus den Lüften

zu mir, der Rechke wert;
mit züchtigem Gebahren
gab Tröstung er mir ein:

des Ritters wil ich wahren,

er soll mein Streiter sein!
Hört, was dem Gottgesandten
ich biete für Gewähr :

in meines Vaters Landen

die Frone trage er,
mich glücklich soll ich preisen,
nimmt er mein Gut dahin,

will er Gemahl mich heissen,

geb’ ich ihm, was ich bin!"


- Forza del Destino (Giuseppe Verdi, 1862): Final "Pace"


Akt 4.5 : Als Leonora di Vargas' Vater, der Marquis von Calatrava, sie zwingt, den Mann, den sie liebt, zu verlassen und auf dem Land zu bleiben, schmiedet sie einen Plan, um dieser ungerechten Gefangenschaft zu entkommen. Doch in der Nacht, in der ihr geliebter Don Alvaro eintrifft, um den Plan auszuführen, hört ihr Vater sie und versucht, sie aufzuhalten. Unbeabsichtigt löst sich ein Schuss aus Alvaros Pistole, der den Vater ungewollt tötet. Leonoras Bruder, Don Carlo, macht Jagd auf sie und sinnt auf Rache. Auf der Flucht werden sie getrennt, und als Leonora irrtümlich erfährt, dass Alvaro nach Amerika geflohen ist, geht sie als Einsiedlerin in ein Kloster. Jahre später hat sie dort keinen Frieden gefunden und wünscht sich den Tod.


"Pace, pace, mio Dio!

Cruda sventura
M'astringe, ahimè, a languir
Come il dì primo
Da tant'anni dura
Profondo il mio soffrir.
L'amai, gli è ver!
Ma di beltà e valore
Cotanto Iddio l'ornò.
Che l'amo ancor.
Né togliermi dal core
L'immagin sua saprò.
Fatalità! Fatalità! Fatalità !
Un delitto disgiunti n'ha quaggiù !
Alvaro, io t'amo.
E su nel cielo è scritto :
Non ti vedrò mai più !
Oh Dio, Dio, fa ch'io muoia ;
Che la calma può darmi morte sol.
Invan la pace qui sperò quest'alma preda a tanto duo.

Misero pane, a prolungarmi vieni la sconsolata vita …
Ma chi giunge ?
Chi profanare ardisce il sacro loco ?
Maledizione! Maledizione! Maledizione!"


Übersetzter Text :

"Frieden, Frieden, mein Gott!


kommt nach vorn
Ein grausames Unglück
zwingt mich, ach, zum Leiden;
wie an jenem Tag vor so vielen Jahren
fühle ich noch heute den tiefen Schmerz.
Frieden, Frieden, mein Gott!
Ich liebte ihn, es ist wahr! Aber Gott verlieh ihm
so viel Schönheit und Tapferkeit,
dass ich ihn noch immer liebe und sein Bild
nie aus meinem Herzen werde reissen können.
Verhängnis! Verhängnis! Ein Verbrechen
hat uns auseinandergerissen auf dieser Welt!
Alvaro, ich liebe dich,
doch droben im Himmel steht es geschrieben:
ich werde dich nie wiedersehen!
Gott, o Gott, lass mich sterben; denn Ruhe
kann nur der Tod mir geben.
Umsonst sucht meine Seele hier den Frieden,
sie war mir eine Beute heftigen Schmerzes.


Sie geht zu einem Stein, wo Pater Guardian einige Vorräte für sie niedergelegt hat
Armseliges Brot, du bist nur da,
mein trostloses Leben zu verlängern.
Doch wer kommt da?
Wer wagt es, den heiligen Ort zu entweihen?
Er soll verflucht sein!"


2. Teil Französische Melodie


La Valse, (Maurice Ravel, 1919/1920), gespielt von Paula G. de Valle - Solo-Klavier

-
Evocation, komponiert von Pauline Viardot im Jahr 1863 nach einem russischen Gedicht von Aleksandr Sergeyevich Pushkin (übersetztet von Viardot)


Übersetzter text :
"O wenn es wahr ist, dass zur Nacht,

die in den Schlaf lullt alles Leben
und nur des Mondlichts bleiche Pracht

lässt um die Grabessteine weben,

o wenn es wahr ist, dass dann leer

die Gräber stehn die Todten lassen,

erwart' ich Dich zu umfassen.

Hör' Leila, mich! Komm her!

Komm her!


Erschein' aus deinem Schattenreich,

ganz wie du warst vor unserm Scheiden,

dem kalten Wintertage gleich,

das Angesicht entstellt von Leiden.

O komm, ein ferner Stern, daher,

o komm, ein Hauch, ein leis Getöne,

oder in schreckenvoller Schöne,

mir ist es gleich, komm her, komm her!


Ich riefe Leila darum nie,

des Grabs Geheimniss zu erfahren,

auch nicht zum Vorwurf gegen die,

die meiner Liebe Mörder waren,

auch darum nicht, weil oft noch schwer

mich Zweifel quälen... Nein, zu sagen,

dass treu, wie stets mein Herz geschlagen,

es jetzt noch schlägt.
Komm her! Komm her!."


Originaltext:
"Oh! si jamais, pendant la nuit,

Lorsque la paix règne sur terre,

Lorsque la lune au ciel pâlit

Et des tombeaux blanchit la pierre,

Si du cercueil, rompant la loi,

Les morts désertent leur demeure,

Entends ma voix toi que je pleure

Et de la mort reviens à moi.


Reviens, ainsi que le trépas t'a faite

Un jour de vengeance,

Quand pâle et froide entre mes bras

Tu succombas à ta souffrance.

Reviens, étoile, feu du soir,

Accord plaintif, vapeur légère,

Spectre drapé dans un suaire,

Qu'importe à moi? je veux te voir!


Je ne prétends, par ton secours,

Ni dévoiler l'horrible crime

Qui me ravit mes seuls amours,

Ni de la mort sonder l'abîme,

Ni dans mon coeur au désespoir

Tuer le doute, non je t'aime

Entends ce cri, toujours le même,

Surtout reviens, je veux te voir.

- Nuit d'Etoile, komponiert von Claude Debussy im Jahr 1880 nach einem Gedicht von Théodore de Bandeville


Übersetzter Text :

"Nacht, besternte, unter deinen

Schleiern, Lüften, deinen Düften

- voller Trauer seufzt die Leier -

träum’ ich längst verfloss’ner Liebe nach.

 

Tief im Herzen ist erblüht mir

diese Wehmut, bittersüß -

höre meiner Liebsten Seele,

die den Wald, der träumt, durchbebt.

 

Unter Laubes Schattendache,

wenn allein ich leise seufze,

kehrst erweckte, arme Seele

du zurück im weißen Tuch.

 

Deinen Blick, ich seh ihn wieder

dort am Quell, blau wie der Himmel

diese Rose ist dein Odem,

deine Augen diese Stern’.

Nacht, besternte, unter deinen

Schleiern, Lüften, deinen Düften

- voller Trauer seufzt die Leier -

träum’ ich längst verfloss’ner Liebe nach"



Originaltext:
"Nuit d’étoiles,
Sous tes voiles,
Sous ta brise et tes parfums,
Triste lyre
Qui soupire,
Je rêve aux amours défunts.

La sereine mélancolie
Vient éclore au fond de mon cœur,
Et j’entends l’âme de ma mie
Tressaillir dans le bois rêveur.

Je revois à notre fontaine
Tes regards bleus comme les cieux;
Cette rose, c’est ton haleine,
Et ces étoiles sont tes yeux.

Nuit d’étoiles,
Sous tes voiles,
Sous ta brise et tes parfums,
Triste lyre
Qui soupire,
Je rêve aux amours défunts."


- Beau Soir, komponiert von Claude Debussy im Jahr 1890 nach einem Gedicht von Paul Bourget


Übersetzter Text :

« Wenn im Niedergehen der Sonne

die Ufer rötlich leuchten

und ein mildes Beben

die Weizenfelder durchfährt,

so scheinen die Dinge den Ratschlag zu verströmen,

glücklich zu sein,

und er steigt zum sorgenbelasteten Herz.

Es ist der Ratschlag, den Zauber zu genießen,

dass man auf der Welt ist,

solange man jung ist

und der Abend schön, denn:

Wir vergehen,

wie die Welle:

sie zum Meer,

wir zum Grab."



Originaltext:

"Lorsque au soleil couchant les rivières sont roses,

Et qu'un tiède frisson court sur les champs de blé

,Un conseil d'être heureux semble sortir des chose
sEt monter vers le cœur troublé ;

Un conseil de goûter le charme d'être au monde
Cependant qu'on est jeune et que le soir est beau,
Car nous nous en allons, comme s'en va cette onde,
Elle à la mer, nous au tombeau."


- À Chloris , komponiert von Reynaldo Hahn im Jahr 1916 nach einem Gedicht von Théophile de Viau


Übersetzter Text:
"Ist es wahr, Chloris, du liebst mich,
und ich hör, du liebst mich sehr,
ist des Königs Glück, das weiß ich,
nur ein Bach, mein Glück ein Meer.


Mit dem Tod mag ich nicht handeln,
würd mein Glück er auch verwandeln
in des Himmels Seligkeit.


Was sie von Ambrosia schwärmen,
kann das Herz mir nicht erwärmen,
macht dein Auge Sanftmut weit."


Originaltext :
"S’il est vrai, Chloris, que tu m’aimes,
Mais j’entends, que tu m’aimes bien,
Je ne crois point que les rois mêmes
Aient un bonheur pareil au mien.


Que la mort serait importune
De venir changer ma fortune
A la félicité des cieux!


Tout ce qu’on dit de l’ambroisie
Ne touche point ma fantaisie
Au prix des grâces de tes yeux."


- Si mes vers avaient des ailes, komponiert von Reynaldo Hahn im Jahr 1888 nach einem Gedicht von Victor Hugo


Übersetzter Text

"Meine Verse würden fliehen, süß und gebrechlich,

In deinen schönen Garten,

Wenn meine Verse Flügel hätten,

Flügel wie der Vogel.

 

Sie würden fliegen, Funken,

Zu deinem lachenden Herd,

Wenn meine Verse Flügel hätten,

Flügel wie der Geist.

 

Nahe bei euch, rein und treu,

Sie würden eilen, Tag und Nacht,

Wenn meine Verse Flügel hätten,

wie die Liebe!"


Originaltext

"Mes vers fuiraient, doux et frêles,

Vers votre jardin si beau,

Si mes vers avaient des ailes,

Des ailes comme l'oiseau.

 

Ils voleraient, étincelles,

Vers votre foyer qui rit,

Si mes vers avaient des ailes,

Des ailes comme l'esprit.

 

Près de vous, purs et fidèles,

Ils accourraient, nuit et jour,

Si mes vers avaient des ailes,

comme l'amour !"


- Les Chemins de l'Amour, komponiert von Francis Poulenc im Jahr 1940 nach einem Gedicht von Jean Anouilh

Übersetzter Text

"Die Wege, die zum Meer steigen, haben von unserem Durchgang gehalten

Blumen und das echo, unter Ihren Bäumen, unser klares lachen.


Ach ! Tage des strahlenden Glücks, der fliegenden Freuden,

Ich gehe, ohne eine Spur in meinem Herzen zu finden.


Wege meiner Liebe, ich Suche dich immer,

Verlorene Wege Ihr seid nicht mehr und Eure Fehler sind taub.

Weg der Verzweiflung, Weg der Erinnerung, Weg des ersten Tages

Göttlicher Weg der Liebe.


Wenn ich es eines Tages vergessen, das Leben löscht alle Dinge

Ich möchte, dass in meinem Herzen eine Erinnerung stärker ruht als unsere Liebe.



Die Erinnerung an den Weg, wo zitternd und alle rammte
Eines Tages fühlte ich an mir deine Hände brennen.

Wege meiner Liebe, ich Suche dich immer,

Verlorene Wege Ihr seid nicht mehr und Eure Fehler sind taub.
Weg der Verzweiflung, Weg der Erinnerung, Weg des ersten Tages
Göttlicher Weg der Liebe."

Originaltext :
"Les chemins qui montent à la mer ont gardé de notre passage
Des fleurs effeuillées et l'écho, sous leurs arbres, de notre rire clair.


Hélas ! Les jours de bonheur radieux, de joies envolées,
Je vais sans en trouver trace dans mon cœur.


Chemins de mon amour, je vous cherche toujours,
Chemins perdus vous n'étes plus et vos défauts sont sourds.
Chemin du désespoir, chemin du souvenir, chemin du premier jour
Divin chemin d’amour.


Si je dois l’oublier un jour, la vie effaçant toutes choses
Je veux qu’en mon cœur un souvenir repose plus fort que notre amour


Le souvenir du chemin où tremblante et toute éperdue
Un jour j’ai senti sur moi brûler tes mains.


Chemins de mon amour, je vous cherche toujours,
Chemins perdus vous n'étes plus et vos défauts sont sourds.
Chemin du désespoir, chemin du souvenir, chemin du premier jour
Divin chemin d’amour."


 (bis) Carmen von Georges Bizet "L'amour est un oiseau rebelle"

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